ADHS in Paarbeziehungen

ADHS in der Partnerschaft: Warum Konflikte schneller eskalieren

Wenn eine oder beide Personen in der Partnerschaft ADHS haben, eskalieren Streitigkeiten oft schneller und dauern länger. 

 

Warum ist das so? 

 

ADHS ist u.a. ein Regulationsproblem

Reize und Gefühle werden sehr intensiv erlebt und es fällt schwer sie zu regulieren. 

 

Was passiert ist einem Streit? 

Person 1 bringt ein Thema auf. 

Person 2 (mit ADHS) reagiert sofort überreizt. ÜBER- REIZT. Das heißt, ihr Nervensystem schlägt sofort Alarm, ihr Stresslevel springt nach oben. Entweder ist sie durch den Alltag sowieso schon überreizt – oder das Thema reizt sie. Aus diesem Zustand höchstem Stress hat sie keinen Zugriff auf ihr „ruhiges, verständnisvolles Ich“. Stattdessen geht sie entweder nach außen (schimpfen, laut werden, Vorwürfe) oder nach innen (Schneckenhaus, Rückzug). 

Person 1 fühlt sich nun weder gehört noch verstanden und reagiert mit eigenen Stressmustern. 

 

Gehen beide eher nach außen folgt nun ein lauter und heftiger Konflikt. 

 

Aber warum dauert der Streit so lange? 

Weil bei der Person mit ADHS sich die Gefühle nicht runterkühlen in dem Zeitraum, den wir „für normal halten.“ Bei Personen ohne ADHS (und ohne andere Störungen) kühlen sich Gefühle innerhalb von 20 Minuten ab. Hui, da war man mal eben kurz aufbrausend, aber jetzt hat man sich wieder beruhigt und kann wieder lösungsorientiert miteinander sprechen. Bei Personen mit ADHS bleiben die Gefühle in ihrer Intensität viel viel länger – bis zu Stunden. 

Was Paaren mit ADHS hilft

1. Konflikte als Nervensystem-Thema verstehen

 

Nicht „Du bist schwierig“, sondern:

„Das ADHS System überhitzt schneller und bleibt länger überhitzt.“

 

Das allein reduziert schon Vorwürfe.

 

2. Gespräche früher stoppen

 

Wenn die Gefühle zu intensiv sind und der Stresslevel zu hoch ist, dann findet man keine gute Lösungen. Denn auf das Hirnareal, das man dazu bräuchte (Frontalcortex) hat man in dem Moment keinen Zugriff.

 

Ein Satz wie: „Ich bin gerade überreizt, ich brauche 15 Minuten Pause“ würde die Beziehung schützen. Das Problem: Die Person, die das aussprechen sollte, ist ja gerade viel zu überreizt, um auf die Meta-Ebene zu gehen. 

 

Besser daher: 

 

Eine Streitregel trainieren: 

„Immer wenn wir länger als 20 Minuten intensive Gefühle beim Streiten haben, ohne dass sich etwas abkühlt, unterbrechen wir den Streit und streiten 2 Stunden später weiter.“

 

📍 Unterstützung

 

Wenn du merkst, dass sich Konflikte immer wiederholen und Gespräche schnell eskalieren, kann es hilfreich sein, gemeinsam hinzuschauen, wie eure Dynamik entsteht – und wie ihr aus dem Kreislauf aussteigen könnt.

 

👉 Hier findest du Informationen zu meiner Paarberatung:

 

Yara Ranft

Dipl.-Psychologin

Systemische Therapeutin

Familientherapeutin (DGSF)

Business Coach (IHK)

Traumafachberaterin

Heilpraktikerin Psychotherapie

Pronomen: sie/ihr

Beratungspraxis Lindenthal

 

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